Gut aus der Affäre gezogen…

… haben sich die Damen der SG Adelsberg I beim Auswärtsauftritt gegen die Lok aus Leipzig. Die Vorzeichen waren recht deutlich: Die Gäste reisten mit der Empfehlung von 8 Siegen in Folge nach Leipzig, darunter ein 3:0 Heimsieg gegen die Gastgeberinnen aus dem Hinspiel. Die Zeiten, in der die Chemnitzer Damen unter dem Radar fliegen konnten, sind allerdings spätestens seit den beiden Erfolgen gegen die 2. Damenvertretung des SSV Lichtensteins vorbei. So hieß es, sich diesmal in der neuen Favoritenrolle einzufinden und dem eigenen Druck nicht zu unterliegen.

Den ersten Schock gab es bereits im Verlauf des ersten Spiels des Tages zwischen der Lok und den erfahrenen Damen des SSV Reudnitz. Die nachgereiste Zuspielerin Caro hatte einen wesentlichen Teil ihrer „Ausrüstung“ vergessen: Das Trikot! Da auch die sonst vorhandenen Ersatzleibchen in der Tasche des Trainers nicht mitgebracht wurden und Babsi krank im Bett lag, hieß es improvisieren. Julia opferte sich für das Wohl des Teams und gab ihr Trikot uneigennützig an Caro ab. So konnte das Team mit folgender Aufstellung starten: Anna und Andrea (AA), Yvonne und Manu (MB), Franzi (D), Caro (Z) und Anita (L). Als Wechselalternativen standen Mare und Angelika an der Seitenlinie. Das Spiel startete aus Adelsberger Sicht hervorragend. Angeführt von einer bärenstarken Andrea, ließ man dem Gegner keinen Raum, um das eigene Spiel aufzuziehen. Immer wieder wurde aus einer sicheren Annahme variabel zugespielt und angegriffen. Kombiniert mit druckvollen Aufschlägen konnte der erste Satz mit 25:12 gewonnen werden.

Wer glaubte, dass sich die Leipziger Damen jetzt ihrem Schicksal ergeben würden, hatte weit gefehlt. Angespornt von ihrem motivierten Trainer Clemens Eckert stellten sich die Gastgeberinnen immer besser auf das Spiel der Adelsbergerinnen ein. Immer wieder konnten zuvor noch unerreichbare Angriffe entschärft werden. Zudem wurde der Aufschlagsdruck konsequent gesteigert, so dass die Annahme der Gäste nicht mehr so präzise zu Zuspielerin Caro kam, wie noch im ersten Durchgang. Kopf an Kopf näherten sich beide Teams dem Satzende. Letztlich konnten sich die Chemnitzer Gäste denkbar knapp und mit etwas Unterstützung durch das Reudnitzer Schiedsgericht mit 25:23 auch den zweiten Durchgang sichern.

Satz 3 startete wie der erste Durchgang und bis zur Satzmitte gab es keinen Zweifel an einem souveränen 3:0 Erfolg der Gäste. Doch beim Stand von 8:18 aus Leipziger Perspektive wechselte Zuspielerin Berges zum Aufschlag. Schaffte sie im vorangegangen Satz noch das „Kunststück“ 3 Aufschläge zu verschlagen, servierte sie nun wie entfesselt und stellte dem Adelsberger Annahmekollektiv einige unlösbare Aufgaben. Beim Stand von 17:18 konnten die Gäste dann den dringend benötigten Wechsel erzwingen und so den Satz mit 25:19 nachhause schaukeln. Mit diesem 3:0 gelang somit der 9. Sieg in Folge und die Sicherung des 2. Tabellenplatzes. Die Damen aus dem Leipziger Norden haben sich teuer verkauft und zeigten, dass sie besonders über Außen und Mitte ein hohes Angriffspotential aufweisen.

Am kommenden Wochenende findet der letzte Spieltag der Saison statt. Im Fernduell Adelsberg gegen Burgstädt wird über den Staffelsieg entschieden. Die Adelsbergerinnen reisen zum abstiegsbedrohten VV Freiberg, der seinerseits sicherlich nichts gegen ein weiteres Jahr in Sachsens zweithöchster Spielklasse einzuwenden hätte. Burgstädt hingegen muss beim frischgekürten U20 Sachsenmeister in Lichtenstein antreten, für die es immerhin noch um ein Plätzchen auf dem Podest geht. Für Spannung ist also gesorgt…

 

geschrieben von: Hendrik

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