Die Saison ist aus – was bleibt?

Am letzten März-Wochenende stand die kürzeste Auswärtsfahrt und gleichzeitig das letzte Saisonspiel auf dem Plan der ersten Damenmannschaft der SG Adelsberg. In Burgstädt hieß uns der heimische TV Turnvater Jahn in seiner zugegebener Maßen eigentümlichen Halle willkommen. Sina, Jessi und Anna konnten an diesem Tag leider nicht auf dem Feld unterstützen und so bekamen Susi und Angelika Ihre Chance auf Außen. Beide erledigten ihre Aufgabe den Umständen entsprechenden gut und fügten sich gut in die Mannschaft ein. Die erwähnten Umstände waren neben der ungewohnten Halle auch die überdurchschnittliche Lärmentwicklung in der Halle. In Burgstädt ist Volleyball Entertainment. So fanden sich nach einer kurzen Anlaufphase viele Zuschauer auf der Empore ein und unterstützten ihr Team im wahrsten Sinne mit Pauken und Trompeten.

Die Mädels der SG Adelsberg zeigten sich davon zunächst nicht beeindruckt und spulten ihr Programm recht locker ab. Eine Aufschlagserie hier, ein Angriffspunkt dort und zusätzlich viele Fehler der Gastgeberinnen. Als der Vorsprung zu groß wurde, wechselte der Heimtrainer seine „Geheimwaffe“ Carolin Wagner ein und diese macht uns fortan das Leben schwer. Ihre Erfahrung aus höheren Ligen war bei jeder Aktion offensichtlich und zudem wirkte sich die Einwechslung auch auf den Rest der Truppe aus. Die Fehler wurden weniger, der Block immer größer und der Einsatz steigerte sich immens. Folgerichtig ging der erste Satz mit 25:21 an die Gastgeberinnen. Die weiteren Sätze sind schnell erzählt und weitestgehend ein Spiegelbild des ersten Durchgangs. Mit 25:22 und 26:24 gingen auch die nächsten beiden Abschnitte und somit die letzten in der laufenden Spielzeit an die Damen aus Burgstädt. Letztlich ein verdienter Sieg, auch wenn unter Umständen ein Punktgewinn möglich gewesen wäre. (Bilder zum Spiel gibt’s hier)

Die Saison kann jedoch trotz dieses Wehrmutstropfen am letzten Spieltag durchaus als Erfolg angesehen werden. Absolut positiv ist dabei die Tatsache, dass gegen jeden der Kontrahentinnen mindestens 1 Punktgeholt werden konnte. Gegen Oelsnitz und den „Vizemeister“ Reudnitz konnten jeweils 5 Punkte geholt werden, gegen Rackwitz, Volkmarsdorf, Mauersberg und Lok Leipzig waren es derer 3 und gegen die Topteams aus Grimma und Burgstädt konnte immerhin je ein Pünktchen erkämpft werden. Dass es letztlich nicht für mehr Punkte gereicht hat, ist zum einen der ausgeglichenen Spielstärke innerhalb der Staffel zuzuschreiben und zum anderen der Vielzahl an zu kompensierenden Ausfällen im Verlaufe der Saison. So mussten wir lange Zeit auf Maria verzichten, die uns in der Mitte sichtlich fehlte. Mit dem Ausfall von Jessi blieb die Aufgabe des Zuspiels allein bei Babsi hängen, die dies allerdings bravourös löste und vielleicht sowas wie der MVP der Saison wäre, würde dieser von uns gewählt werden. Kleinere Krankheiten führten zudem zu Ausfällen von Kapitänin Anna zu den Spitzenspielen gegen Burgstädt und Grimma. An sich kam kaum eine Spielerin ohne Krankheiten oder Blessuren durch die Saison. Ein besonderer Dank geht von hier aus an Anita, die trotz anhaltender Knieprobleme alle Saisonspiele bestritten hat. Das gleiche Kunststück vollbrachten Babsi und Aileen. Doch an dieser Stelle soll nicht geklagt werden, auch alle anderen Teams hatten teils mit starken Personalproblemen zu kämpfen und konnten selten aus den Vollen schöpfen. Von daher gute Besserung an alle verletzten und erkrankten Spielerinnen der gegnerischen Mannschaften.

Die schwierige Phase zu Beginn der Saison konnten die Spielerinnen der SGA durch gezieltes Training, intensives Hinterfragen der eigenen Leistung und personellem Zuwachs durch Yvonne gut kompensieren. Der 5. Tabellenplatz in der goldenen Mitte entspricht letztlich ziemlich genau dem Leistungsniveau über den gesamten Saisonverlauf. Nach zwei Jahren mit vielen herben Niederlagen in der Sachsenliga, war diese Saison definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Nun noch meine persönlichen Top Five und Flop Five dieser Saison:

Flop Five:

5. Platz: Die Hallen in der Sachsenklasse sind nicht wirklich optimale Volleyballspielstätten. Natürlich waren wir in den letzten Jahren von den Hallen der Sachsenliga verwöhnt und so mussten wir uns an so manch kleinere Auswärtshalle gewöhnen.

4. Platz: Grippe, Blasenentzündung, Angina, Verletzungen etc. Ein Sammelposten für die ständigen Begleiter während dieser Saison.

3. Platz: Die beiden ersten Saisonspiele gegen Rackwitz und Volkmarsdorf. Hier haben wir uns wahrlich nicht schlecht verkauft, stellten den Kampf jedoch viel zu schnell ein und verschenkten dadurch wertvolle Punkte.

2. Platz: Das Erzgebirge und seine Kurven. Gott sei Dank haben wir nur eine Auswärtsfahrt in das Naherholungsgebiet, sonst müssten wir Babsi zukünftig einen Tag eher hinfahren, dass sie sich rehabilitieren kann.

1. Platz: Der 4. Und 5. Satz im Heimspiel gegen Grimma. 6:25 und 5:15 Satzverluste sind nach einer 2:1 Satzführung völlig unfassbar. Klar hat Grimma letztlich verdient gewonnen und stellte im gesamten Saisonverlauf die spielstärkste Mannschaft, jedoch sollte in der nächsten Saison ein solcher Totalausfall nicht wieder vorkommen.

Top Five (ohne wertende Reihenfolge):

  • Die Neuzugänge! In Person waren dies Angelika, Anita und Yvonne. Anita schaffte es innerhalb kürzester Zeit in die großen Fußstapfen der langjährigen Libera Stef zu treten. Beide sind von der Spielanlage her völlig unterschiedlich und so fällt ein Vergleich schwer. Sicher ist jedoch, dass Anita, über die gesamte Saison hinweg, durch eine stabile Abwehr und Annahme zu überzeugen wusste. Angelika brachte zum einen frischen Wind auf Außen und hat sich zum anderen innerhalb kürzester Zeit an das Niveau des Teams angenähert. Gerade ihre Aufschläge und ihr Einsatz in der Feldabwehr waren ein wichtiger Baustein in der abgelaufenen Spielzeit. Yvonne brachte uns etwas, was uns seit dem Abgang der „alten“ Spielerinnen fehlte. Routine, Gelassenheit und Cleverness in wichtigen Situationen. Eine Bereicherung durch und durch auf der Mitte, womit wir schon zu Punkt 2 kommen…
  • Die neue Qualität auf Mitte. Hier waren die Fußstapfen noch etwas größer als auf der Libera-Position. Nach dem Abgang von Kapitänin und Topscorerin Kathi, musste die Lücke gestopft werden. Manu, die seit Jahren zum Inventar der Adelsberger Damen gehört, fand nach Jahren der Universalwaffe ihre neue Stammposition. Souverän und überlegt lieferte sie Spiel für Spiel ab. Maria, die durch eine schwere Fußverletzung 2 Monate pausieren musste, kam nach dieser Pause gestärkt zurück und nahm den Kampf um den Stammplatz auf Mitte unvermittelt an.
  • Die kleinen Sprungzwerge: Aileen, Anna und Franzi! In jedem Spiel stehen sie teils deutlich größeren Gegenspielerinnen gegenüber und finden stets einen Weg zu Punkten. Aileen steigerte sich in den letzten Spielen und der damit verbundenen „Verbannung“ aus der Mitte imens und sorgte für viele spektakuläre Aktionen. Franzi, die ewige Diagonale, ließ sich auch von den vielen kleinen Erkältungen unter der Saison nicht stoppen und zog bis zum letzten Spiel durch und könnte eventuell, wenn dies statistisch erfasst wurden wäre, sogar die meisten Punkte im Saisonverlauf eingestreut haben. Neu-Kapitän Anna spielte ebenfalls eine starke Saison und sorgte immer wieder mit spektakulären Angriffen und Abwehraktionen für Staunen. Besonders zu erwähnen ist hier das Spiel bei Lok-Leipzig. Egal, wo sie auf den Feld von Babsi angespielt wurde, folgte in der Regel ein Punkt für die Adelsbergerinnen.
  • Zuspielerin Babsi. Vor einem Jahr war sie sich vermutlich selbst nicht sicher, ob sie so richtig Bock auf den Regieposten hat. Stand heute: Ja, sie hat und zwar völlig zu Recht. Ihre Leistungen stabilisierten sich deutlich und technisch kann man bei ihr von jeher wenig bemängeln. Hinzu kam eine deutlich erhöhte Bewegungs- und Fallbereitschaft und fertig war die für mich größte Leistungssteigerung in dieser Saison
  • Die oftmals viel zu wenig erwähnten Ersatz- und Spezialkräfte. Wenn Not am Mann war, eine arrivierte Kraft schwächelte oder das Moment der Überraschung gefragt war, standen Susi, Sina, Angelika und Jessi stets parat. Jessi konnte uns im Jahr 2015 leider nicht mehr unterstützen und so fehlten uns ihre Ideen. Sina als technisch gut ausgebildete Volleyballerin, kam immer dann zum Einsatz, wenn Sicherheit und Ruhe gefragt war. Susi und Angelika teilten sich die Rolle hinter Aileen und Anna. Oftmals kein allzu begehrenswerter Job. Jedoch kamen beide im Saisonverlauf zu ihren Einsätzen und fügten sich nahtlos in das Kollektiv ein. Ein Volleyballteam besteht eben glücklicherweise aus mehr als 7 Leuten.

Damit verabschieden wir uns in unsere wohlverdiente Sommerpause, in der sich vermutlich nicht allzu viel für die inzwischen homogene Truppe ändert. Im Juni geht es dann bereits in die Vorbereitung für die neue Saison – vielleicht mit ein paar neuen Gesichtern?!

In diesem Sinne: Mensch Meier!

 

geschrieben von: Hendrik

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