Nervenaufreibender Heimspielauftakt

Am vergangenen Samstag war es endlich soweit: Das erste Heimspiel der SG Adelsberg Volleyball Damen in der Saison 2017/18 stand an und es war ein Tag der Premieren:

  • Erstmals fand ein Volleyballspieltag in der Sporthalle des Terra Nova Campus statt.
  • Juli, Tabea, Nici und Moni feierten ihre Heimspielpremiere.
  • Sarah streifte erstmalig das Trikot der SG Adelsberg über.
  • Das erste Aufeinandertreffen mit den Damen aus der Lausitz von der TSG KW Boxberg/ Weißwasser stand an.

Im ersten Spiel des Tages wartete jedoch der Staffelprimus vom Dresdner SC II auf uns. Die großgewachsenen Damen verpassten den Aufstieg in der letzten Saison nur um Haaresbreite und stellten für uns in den letzten beiden Aufeinandertreffen eine unüberwindbare Hürde dar. Mit viel Wille und dem Glauben, unsere Bilanz aufbessern zu können, starteten Anne und Yvonne (MB), Nici und Juli (AA), Babsi (Z), Moni (D) und Anita (L) in die Partie. Diese begann rasant und die erste Satzhälfte war ein enges Kopf-an-Kopf Rennen. Bis zum 13:13 hielt der Gastgeber mit und konnte durch gute Abwehr- und Blockaktionen die favorisierten Dresdnerinnen stellenweise beeindrucken. Wenn man es mit den Damen der SGA hielt, folgten anschließend jedoch bittere Minuten. Die bis dahin gut aufgelegte Annahme wackelte und funktionierte dieses Element, ging in einem anderen etwas schief. So zogen die Gäste aus der Landeshauptstadt Punkt um Punkt davon und verbuchten den Satz letztlich mit 25:18 auf ihrem Konto.

Im zweiten Satz tauschten beide Teams nicht nur die Seiten, sondern auch die Rollen aus dem vorangegangenen Spielabschnitt. Während Adelsberg recht humorlos sein Programm abspulte, gerieten die DSC-Damen ins Hintertreffen. Der Fehlerteufel trug nun ein rotes Trikot und erschwerte den Gästen den Spielaufbau deutlich. Dazu kam ein wiederum gut aufgelegter Adelsberger Block, in dem allen voran Yvonne mit einigen Blockpunkten aufhorchen ließ. Doch ganz so einfach wollten es sich die Gastgeberinnen dann doch nicht machen und sorgten mit vier Fehlaufschlägen am Stück für unnötige Spannung im zweiten Spielabschnitt. Letztlich konnte dieser jedoch mit 25:20 gewonnen werden.

Die folgenden beiden Spielabschnitte ähnelten sich. Die Damen um Trainer Peter Hesse hatten die Handbremse wieder gelöst und steigerten sich zusehends. Vor allem Kapitänin Vogel konnte mit krachenden Diagonalangriffen aus Vorder- und Hinterfeld überzeugen. Die Adelsberger Damen spielten gut mit, konnten dem Druck des Gegners jedoch nicht dauerhaft standhalten. Somit gingen die Sätze drei (25:19) und vier (25:17) und damit das Spiel nach Dresden.

Anne (#11) mit einem ihrer wuchtigen Angriffe. Hier gibt es noch mehr Bilder zum Spiel.

Im zweiten Spiel des Tages stand mit den tabellarischen „Kellerkindern“ aus Boxberg/Weißwasser eine machbare Aufgabe an. So hätte man zumindest vermuten können. Die Gäste reisten mit einem Minimalaufgebot von 7 Damen und ohne Trainer an. Dafür hatten sie sich lautstarke Tribünenunterstützung mitgebracht, die emotional die ihrigen unterstützten. Dass die Aufsteigerinnen aus dem sächsischen Osten Volleyball spielen können, wurde schnell klar und damit auch, dass die Aufgabe deutlich schwerer werden würde als zunächst vermutet. Das Adelsberger Trainergespann warf die Rotationmaschine an und begannen mit Yvonne und Anne (MB), Manu und Juli (AA), Julia (D), Caro (Z) und Anita (L). Die Gäste spielten schnörkellos und vermieden einfache Fehler. Diese wiederum machten die Gastgeberinnen aus Chemnitz in Hülle und Fülle. Fehlaufschläge, Netzberührungen, unsaubere Annahmen, Stellungsfehler in der Abwehr, Angriffe ins Aus und Netz… Es war für jeden etwas dabei. So enteilten die Lausitzerinnen Punkt um Punkt und sahen lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Doch Adelsberg besann sich und steigerte das eigene Spiel Richtung Normalzustand und vor allem Juli überzeugte in Angriff und Abwehr. Der Rückstand allerdings konnte nicht mehr eingeholt werden und so stand ein 25:23 für die Aufsteigerinnen auf der Anzeigetafel.

Mund abputzen und mit Vollgas und Glaube an sich selbst in den zweiten Satz starten, lautete die Devise. Jetzt begegneten sich die Teams auf Augenhöhe, auch wenn die Gastgeberinnen stets eine kleine Führung vorzuweisen hatten. Doch diese auf den Wert „beruhigend“ zu vergrößern, gelang dem Meier-Team leider nicht. So konnte der zweite Spielabschnitt denkbar knapp mit 25:23 gewonnen werden. Der dritte Satz war der vermeintlich schwächste des gesamten Spieltags. Keine Auszeit, kein Spielerwechsel und auch kein Trommeln von der Tribüne vermochte es, die Hausherrinnen aufzuwecken. Zu lethargisch und vermutlich auch schon etwas müde gespielt, mussten sie die Gegnerinnen uneinholbar ziehen lassen. Die Damen der TSG KW Boxberg/ Weißwasser spielten stark auf und ließen keinen Zweifel daran, dass sie in Chemnitz waren, um Punkte einzusammeln. Mit 25:15 konnten sie sich die 2:1 Satzführung und den ersten Tabellenpunkt sichern.

Ein Heimspiel ohne eigenen Punkt? Das war für die 12 jungen Damen aus Chemnitz keine Alternative. Der Aufschlagdruck nahm wieder zu (und fand auch mal ein anderes Ziel als die gegnerische Nummer 7, die in der Annahme beeindruckend ruhig und nahezu fehlerfrei agierte), die Annahme und Abwehr landete häufiger im Zuspielradius von Caro und die Angreiferinnen fanden wieder öfter den Hallenboden auf der gegnerischen Seite. Besonders Anne, die am gesamten Spieltag eine überzeugende Leistung ablieferte, machte den Gästen das Leben mit ihren wuchtigen Mittelangriffen schwer. So retteten sich die Gastgeberinnen mit 25:22 in den Tie-Break und entschieden auch diesen mit 15:12 für sich.

Alles in allem war es ein gelungener Spieltag, der jedoch auch schnell hätte zum sportlichen Desaster werden können. Spielerisch überzeugten die Hausherrinnen über weite Strecken des ersten Spiels. Gegen einen körperlich überlegenen Gegner gelangen sehenswerte Aktionen und der erste Satzgewinn aus den letzten drei direkten Duellen. Dass am Ende nix Zählbares dabei rausgesprungen ist, ist schade, jedoch keine riesen Enttäuschung und ein stückweit erwartungskonform. In der zweiten Partie gegen die Aufsteiger aus Boxberg war es das erklärte Ziel drei Punkte einzusammeln. Nach dem Spielverlauf und dem starken Auftritt der Gäste sollte man aber auch mit den beiden erspielten Punkten sehr gut leben können. Dieses Team kann sicher auch gegen andere Gegner für eine Überraschung sorgen, wenn sie eine solche Leistung abliefern. Mit nunmehr neun Punkten aus fünf Partien stehen die Adelsberger Damen ordentlich da und der Abstand zu den letzten beiden Plätzen konnte sogar vergrößert werden. In den nächsten Trainingseinheiten wird gezielt an den aufgezeigten Schwächen gearbeitet und die Grundlage für weitere Punktgewinne gelegt.

Besonders erfreulich war die große Zuschauerresonanz und deren „Hunger“ und „Durst“. Vielen Dank für euer zahlreiches Erscheinen und den guten Support. Des Weiteren gilt der Dank des Teams Hausmeister Jürgen, der stets engagiert alle gestellten Anforderungen erfüllt und schon jetzt als Fan am Rande des Spielfeldes mitleidet. Die nächste Partie der SGA findet am 25.11.2017, 14 Uhr in Engelsdorf statt. Die jungen Leipzigerinnen sind diese Saison sehr stark gestartet und wollen sicher ein paar der verlorenen sechs Punkte aus der Vorsaison zurückerkämpfen. Seid dabei und unterstützt die Damen aus Adelsberg, wenn es wieder heißt:

Mensch Meier!